KI-Briefing 16.09.2026
Zeitfenster: 15.09.2026 07:00 bis 16.09.2026 07:00 Uhr (Europe/Berlin) · Veröffentlicht: 18. September 2026 um 10:59
Hinweis zur KI-NutzungDieses Briefing wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst. Alle Angaben sind mit Quelle belegt, unverifizierte Angaben sind als solche gekennzeichnet. Redaktionell verantwortlich: Ingo Günther, KI Academy Leipzig.
Was bedeuten Ampelstufen und Quellenstufen?
Die Ampelstufen zeigen, wie dringlich eine Meldung ist:
- Auf dem Tisch
ist jetzt handlungsrelevant.
- Auf dem Radar
sollten Sie beobachten.
- Notiert
ist ein Thema zur Kenntnis.
- Unverifiziert
bedeutet, dass sich der Sachverhalt nicht vollständig über eine belastbare Quelle belegen ließ. Die Meldung erscheint trotzdem, die Angaben sind aber mit Vorsicht zu behandeln.
Die Quellenstufen geben an, wie belastbar eine Quelle ist:
- Stufe A: Primärquelle des Anbieters (Firmenblog, Release Notes, API-Dokumentation, Repository, Changelog, Statusseite, Preisseite)
- Stufe B: Behörden und amtliche Quellen (Europäische Kommission, EU AI Office, BSI, ENISA, NIST, Datenschutzaufsichtsbehörden)
- Stufe C: Recherchierende Fachmedien (etwa Reuters, Bloomberg, Financial Times, MIT Technology Review, heise, c't, Handelsblatt)
- Stufe D: Wissenschaft (arXiv, Papers with Code, Fachjournale)
- Stufe E: Newsletter, Blogs und Aggregatoren. Diese Stufe gilt nie als Beleg, sondern nur als Spur.
Jede Meldung stützt sich auf mindestens eine Quelle der Stufen A bis D. Lässt sich ein Sachverhalt nur über Stufe E belegen, ist die Meldung als unverifiziert gekennzeichnet.
Die Lage in fünf Zeilen
- Google hat Gemini 3.8 Live freigegeben, das Sprachmodell kostet 0,005 US-Dollar je Minute Audio-Eingabe und 0,018 US-Dollar je Minute Audio-Ausgabe und liegt damit deutlich unter dem am 11.09. gemeldeten Preis von OpenAIs GPT-Live-1.
- Microsofts Abschalttermin für MAI-Transcribe-1 war der 15.09.2026, der Abschaltplan nennt MAI-Transcribe-1.5 als Ersatz.
- OpenAI hat die automatische Umschaltung von Instant auf Thinking für Plus und Pro weltweit abgeschaltet und die Einstellung für höhere Denkleistung aus dem Web entfernt.
- OpenAI hat das Ende der Custom GPTs angekündigt, die Ablösung sind Plugins, ein verbindliches Datum nennt der Anbieter nicht.
- Meta lässt KI-Agenten über einen MCP-Server WhatsApp-Business-Konten anlegen, Rufnummern verifizieren und Nachrichtenvorlagen erstellen.
Fällige Wiedervorlagen
- Eingetreten Der Abschalttermin für MAI-Transcribe-1 in der Fassung 2026-01-23 war der 15.09.2026, der Abschaltplan von Microsoft weist ihn unverändert aus und nennt MAI-Transcribe-1.5 als Ersatz. Siehe Meldung 2. Zeile gestrichen, dafür eine neue Zeile zur Einordnung von MAI-Transcribe-2.
- Noch offen Der Abschluss der offenen Beta zur Gemini-gestützten Datenklassifizierung in Google Drive ist weiter nicht belegt, der Workspace-Blog endet am 11.09.2026. Neuer Termin 30.09.2026, das ist der von Google selbst genannte Stichtag.
- Noch offen Zum Vollzug der Sicherheitskontrollen für Workspace Studio in Scheduled-Release-Domänen liegt keine Bestätigung vor. Neuer Termin 15.12.2026.
- Noch offen Die Kommentierungsfrist des BSI zum Evaluierungsleitfaden Video-Ident läuft am 30.09.2026 ab. Das ist deine eigene Aufgabe, ein unbeaufsichtigter Lauf kann sie nicht entscheiden. Neuer Termin 30.09.2026.
- Noch offen Die Umstellung der eigenen Kursformate auf verbindliche Live-Termine nach den AZAV-Empfehlungen ist deine eigene Aufgabe und wurde erneut nicht bearbeitet, weil der Lauf unbeaufsichtigt ist. Neuer Termin 15.12.2026.
Meldungen
Auf dem TischGoogleModelle und PreiseneuGoogle gibt Gemini 3.8 Live frei, Sprachdialog zu rund einem Drittel des OpenAI-Preises
Google hat am 15.09.2026 die Sprachmodelle Gemini 3.8 Live und Gemini 3.8 Live Extended Thinking freigegeben. Beide sind ab sofort über die Gemini API und Google AI Studio erreichbar. Die Preisseite weist 0,005 US-Dollar je Minute Audio-Eingabe und 0,018 US-Dollar je Minute Audio-Ausgabe aus.
Bericht
Der Anbieterbeitrag nennt als Neuerungen die Verarbeitung von Sprache und Bild nahezu in Echtzeit, automatische Spracherkennung für 97 Sprachen mit Wechsel mitten im Gespräch, Werkzeugaufrufe im Hintergrund ohne Gesprächsunterbrechung und, bei der Variante Extended Thinking, gleichzeitiges Denken und Sprechen. An Messwerten nennt Google 82,6 im Artificial Analysis Speech to Speech Index für Extended Thinking, 68,6 Prozent bei tau-Voice für die Erledigung agentischer Aufgaben und 97,7 Prozent bei Big Bench Audio. Die Preisseite der Gemini API führt gemini-3.8-live und gemini-3.8-live-extended-thinking gemeinsam mit gemini-3.1-flash-live-preview auf. Angegeben sind 3,00 US-Dollar je Million Token oder 0,005 US-Dollar je Minute für Audio-Eingabe und 12,00 US-Dollar je Million Token oder 0,018 US-Dollar je Minute für Audio-Ausgabe. Daraus ergeben sich rund 1,38 US-Dollar für eine Stunde Sprachdialog. Zum Vergleich: Das Briefing vom 11.09.2026 hat GPT-Live-1 von OpenAI mit 0,05 US-Dollar je Minute erfasst, das sind mindestens 3,00 US-Dollar je Stunde. Zur Verfügbarkeit nennt Google drei Wege: Entwicklerzugang über Gemini API und AI Studio ab sofort, eine geschlossene Vorschau in Gemini Enterprise und die Nutzung in Search Live sowie in Gemini Live, dort mit Extended Thinking für Abonnements der Stufen Pro und Ultra in Workspace. [Unverifiziert] Zur Verfügbarkeit in der EU und zur Auftragsverarbeitung macht weder der Anbieterbeitrag noch die Preisseite eine Aussage. Beides wurde gesucht und nicht gefunden.
Einordnung
Der Abstand ist diesmal nicht bei den Fähigkeiten, sondern beim Preis. Fünf Tage nach der Freigabe von GPT-Live-1 legt Google ein Angebot daneben, das je Stunde Sprachdialog weniger als die Hälfte kostet. [Schlussfolgerung] Für Anwendungen mit vielen kurzen Gesprächen, also Terminvereinbarung, Rückrufe und einfache Auskünfte, verschiebt das die Wirtschaftlichkeitsrechnung, weil dort die Minute die Kostengrösse ist und nicht die Qualität der Antwort. Neu gegenüber dem Stand von gestern ist ausserdem der Sprachumfang. 97 Sprachen mit automatischem Wechsel im laufenden Gespräch ist für Betriebe mit mehrsprachiger Kundschaft ein anderes Argument als ein Benchmark-Wert.
Quellen
Auf dem TischMicrosoftAbkündigungenUpdateMicrosofts Abschalttermin für MAI-Transcribe-1 war der 15.09.2026
Der Abschaltplan von Microsoft weist für MAI-Transcribe-1 den 15.09.2026 als Abschalttermin aus und nennt MAI-Transcribe-1.5 als Ersatz. Der Termin lag im Betrachtungszeitraum. Eine ausdrückliche Vollzugsmeldung von Microsoft wurde gesucht und nicht gefunden.
Bericht
Die neue Tatsache ist das Erreichen des Termins. Der Abschaltplan für Foundry-Modelle führt MAI-Transcribe-1 mit dem Abschaltdatum 2026-09-15 und dem Ersatzmodell MAI-Transcribe-1.5. Die Seite wurde zuletzt am 02.09.2026 aktualisiert und zeigt den Eintrag unverändert. Die Produktseite zum Spracherkennungsdienst führt drei Stände: MAI-Transcribe-2 als aktuelles Modell, MAI-Transcribe-1.5 als aktiv und MAI-Transcribe-1 als abgekündigt, letzteres seit dem 20.08.2026. Als Empfehlung für neue Umsetzungen nennt die Seite MAI-Transcribe-2, nicht den im Abschaltplan genannten Ersatz MAI-Transcribe-1.5. MAI-Transcribe-2 steht dort zugleich als öffentliche Vorschau und ist nicht für den Produktivbetrieb empfohlen. Die Seite wurde zuletzt am 10.09.2026 aktualisiert. Rückbezug: Das Briefing vom 20.08.2026 hat die Ankündigung dieser Abschaltung erfasst und den Termin auf Wiedervorlage gelegt. Was damals fehlte und heute vorliegt, ist der erreichte Stichtag. Was weiterhin fehlt, ist eine Aussage dazu, was mit bestehenden Bereitstellungen nach dem Termin geschieht.
Einordnung
Der Widerspruch zwischen den beiden Microsoft-Seiten wird hier benannt und nicht aufgelöst: Der Abschaltplan verweist auf MAI-Transcribe-1.5, die Produktseite empfiehlt für Neuentwicklungen MAI-Transcribe-2, das dort zugleich als Vorschau gekennzeichnet ist. Wer heute umstellt, hat damit die Wahl zwischen einem Ersatz, der im Plan steht, und einem Nachfolger, der empfohlen wird, aber keine Produktivfreigabe hat. [Schlussfolgerung] Für Betriebe mit laufenden Transkriptionsstrecken ist das der häufigste Ausfallgrund überhaupt, weil solche Abschaltungen selten eine Fehlermeldung mit Datum erzeugen, sondern erst auffallen, wenn ein Protokoll leer bleibt.
Quellen
Auf dem TischOpenAIFeatureneuOpenAI schaltet die automatische Umschaltung auf Thinking bei Plus und Pro ab
OpenAI hat die automatische Umschaltung von Instant auf Thinking für ChatGPT Plus und Pro weltweit abgeschaltet. Die Einstellung für höhere Denkleistung ist aus der Weboberfläche dieser Tarife entfernt. Wer die Denkleistung will, wählt sie von Hand über die Modellauswahl.
Bericht
Der Eintrag steht in den Änderungsnotizen von ChatGPT unter dem Datum 14.09.2026. Er gilt für Plus und Pro und weltweit. Abgeschaltet wird die bisherige Automatik, die bei erkennbar schwierigen Anfragen selbsttätig in den Modus mit Zwischenschritten gewechselt hat. Entfernt wird zusätzlich die zugehörige Einstellung aus ChatGPT im Web. Eine Ausnahme bleibt: Aus Sicherheitsgründen kann ChatGPT weiterhin selbsttätig umschalten. Die Änderung ist mit der Ankündigung wirksam, ein späteres Datum nennt OpenAI nicht. Hinweis zum Zeitfenster: Der Eintrag ist auf den 14.09.2026 datiert und liegt damit vor dem heutigen Betrachtungszeitraum. Er stand in keinem der drei Vergleichsbriefings und wurde im Lauf vom 15.09.2026 nicht erfasst. Er wird deshalb hier nachgetragen.
Einordnung
Das ist keine Kleinigkeit an der Oberfläche, sondern eine Verschiebung der Verantwortung. Bisher entschied das Produkt, wann es sich mehr Mühe gibt, jetzt entscheidet die nutzende Person. [Schlussfolgerung] In Betrieben, in denen Beschäftigte ChatGPT ohne Schulung verwenden, sinkt damit die Antwortqualität bei anspruchsvollen Aufgaben, ohne dass sich sichtbar etwas geändert hätte, weil kaum jemand von sich aus das Modell wechselt. Für Schulungen ist das ein unmittelbar verwertbarer Punkt: Die Modellauswahl ist ab jetzt Teil der Aufgabe und nicht mehr eine Einstellung, die man einmal setzt.
Quellen
Auf dem RadarOpenAIAbkündigungenneuOpenAI kündigt das Ende der Custom GPTs an
OpenAI hat angekündigt, die Custom GPTs über alle ChatGPT-Tarife hinweg auslaufen zu lassen. Als Ablösung sind Plugins vorgesehen, für die ein Umzugsweg angeboten werden soll. Ein verbindliches Abschaltdatum nennt OpenAI nicht.
Bericht
Der Eintrag steht in den Änderungsnotizen von ChatGPT unter dem Datum 11.09.2026. Bestehende GPTs bleiben bis zu dem Termin nutzbar, der für den jeweiligen Zugang gilt. Zeitpunkt und Verfügbarkeit des Umzugswegs unterscheiden sich nach Tarif und Arbeitsbereich, konkrete Daten nennt der Eintrag nicht. OpenAI empfiehlt drei Schritte: vorab prüfen, welche GPTs im Einsatz sind und wer sie erstellt hat, nach Bereitstellung des Umzugswegs die umgezogenen Plugins testen und anschliessend die Freigabeeinstellungen erneut durchsehen. Hinweis zum Zeitfenster: Der Eintrag ist auf den 11.09.2026 datiert und liegt vor dem heutigen Betrachtungszeitraum. Er stand in keinem der drei Vergleichsbriefings, obwohl das Briefing vom 11.09.2026 andere Abkündigungen desselben Tages erfasst hat. Er wird deshalb hier nachgetragen.
Einordnung
Custom GPTs sind in vielen kleinen Betrieben der erste und oft einzige Schritt in Richtung eigener KI-Werkzeuge, weil sie ohne Programmierung auskommen. Eine Abkündigung trifft damit genau die Gruppe, die keine Entwicklungsabteilung hat, die den Umzug erledigt. [Schlussfolgerung] Der eigentliche Aufwand liegt nicht im Umzug selbst, sondern in der Bestandsaufnahme: Wer über Monate GPTs angelegt hat, weiss meist nicht mehr, welche davon in Arbeitsabläufen hängen und welche Anweisungen und Dateien darin stecken. Diese Bestandsaufnahme ist möglich, solange die GPTs laufen, und sie ist es danach nicht mehr.
Quellen
Auf dem RadarMetaAgenten und SchnittstellenneuMeta lässt KI-Agenten WhatsApp-Business-Konten einrichten
Meta hat am 15.09.2026 den Meta Business Messaging MCP vorgestellt. Über diesen Server können KI-Agenten WhatsApp-Business-Konten anlegen, Rufnummern hinzufügen, Nachrichtenvorlagen erstellen und Testnachrichten senden. Der Dienst wird schrittweise ausgerollt und steht nach Angabe von Meta noch nicht allen zur Verfügung.
Bericht
Der Anbieterbeitrag nennt als unterstützte Agenten ausdrücklich Claude, Cursor, Codex und ChatGPT. Der Zugang läuft über Facebook Login for Business mit festgelegten Berechtigungsumfängen. Meta hebt hervor, dass keine Zugangsschlüssel im Verlauf der Eingaben abgelegt werden. Zu den Sicherungen nennt der Beitrag: Prüfung des Verwaltungsstatus der handelnden Person, Prüfung der Zugehörigkeit zum Unternehmen, Prüfung des Status der Nutzungsbedingungen, Protokollierung der Zugriffe und die Anforderung, dass zustandsändernde Vorgänge eine authentifizierte Person voraussetzen. Keine Angaben macht Meta zu Kosten, zu regionalen Einschränkungen und zu einem Termin, ab dem der Dienst allgemein verfügbar ist. Der Bericht von TechCrunch nennt als weiteren abgedeckten Vorgang die Hinterlegung von Zahlungsmethoden.
Einordnung
Neu ist nicht, dass Agenten Nachrichten schreiben, sondern dass sie die Einrichtung eines Geschäftskontos übernehmen. Das verschiebt die Frage von der Textqualität zur Rechtemodellierung: Ein Vorgang wie das Hinterlegen einer Zahlungsmethode oder das Annehmen von Nutzungsbedingungen ist eine geschäftliche Erklärung, keine Schreibhilfe. [Schlussfolgerung] Die von Meta genannten Sicherungen deuten darauf hin, dass der Anbieter dieses Risiko kennt und die Verantwortung bei der authentifizierten Person hält. Für Betriebe heisst das: Der Agent beschleunigt die Einrichtung, die Haftung bleibt dort, wo sie vorher war.
Quellen
Nicht aufgenommen
Die überarbeitete Siri auf Basis von Gemini und ihr Fehlen in der EU wurde nicht erneut aufgenommen, weil das Briefing vom 15.09.2026 den Sachverhalt bereits führt und keine neue Tatsache hinzugekommen ist. Das Modell Jev von TypeSafe AI blieb draussen, weil es nur über eine Warteliste im Vorabzugang steht und damit unter das Ausschlusskriterium Benchmark-Rekord ohne Verfügbarkeit fällt. Der Sicherheitsbefund zu einem Zugangstoken bei Baseten ist auf den 01.09.2026 datiert und beschreibt einen im Juli behobenen Vorgang, die erneute Aufmerksamkeit ist keine neue Tatsache und steht deshalb nur im Medienspiegel. Ebenfalls nicht aufgenommen: die Ablehnung staatlicher KI-Regulierung durch den Nvidia-Chef und die Kritik am angekündigten Tempolimit der grossen Anbieter, beides Meinungsbeiträge ohne neuen überprüfbaren Sachverhalt, sowie das quelloffene Agenten-Postfach Pizza Bot, das auf den 10.09.2026 datiert ist und im Zeitfenster nur erneut aufgegriffen wurde.